KI für die Content-Erstellung: Ja oder Nein?

Kategorie:

  • Generell

Veröffentlicht: 10. April 2026

Lesezeit: 9 Minuten

Solltest du KI nutzen, um Inhalte für deine Inbound-Strategie zu erstellen? Hier sind die Vor- und Nachteile.

Illustration eines Stifts als Roboter und eines Gehrins aus technischen Elektronen.

Das Wichtigste:

Warum reine KI-Inhalte riskant sind

  • Vertrauensverlust: Kunden suchen deine Expertise. Wenn sie merken, dass der Content nur von der KI stammt, schadet das deiner Glaubwürdigkeit.
  • Verlust der Persönlichkeit: Inbound-Marketing lebt von „Menschen kaufen von Menschen“. KI-Texte sind oft generisch. Deine eigene Markensprache und dein individueller Stil (dein USP) gehen verloren.
  • Fehlender Lerneffekt: Wenn die KI das Denken übernimmt, erkennst du deine eigenen Wissenslücken nicht mehr.
  • Effizienz vs. Effektivität: Nur weil du mit KI 15 Artikel in der Zeit von einem schreibst, heißt das nicht, dass diese auch Kunden bringen.
  • SEO-Gefahr: Google straft massenhaft generierten, minderwertigen KI-Content oft ab. 

Wo KI dich sinnvoll unterstützt

  • Feinschliff & Korrektur: Ideal für Rechtschreibprüfung, Grammatik und das Optimieren bestehender Texte.
  • Strukturierung: Hilft dabei, eigene Notizen oder alte Artikel sinnvoll zu einem neuen Beitrag zusammenzuführen.
  • Inspiration & Perspektivwechsel: KI kann Texte auf Knopfdruck „emotionaler“ oder „kürzer“ umschreiben, um dir neue Impulse für deinen eigenen Schreibstil zu geben.
  • Multimedia-Support: Effizient beim Erstellen von Video-Untertiteln, dem Schneiden von Snippets oder der Generierung von Bildern.
  • Kontextabhängigkeit: Bei rein informativen Texten ohne Expertenanspruch (z. B. Produktbeschreibungen im Shop) ist KI deutlich nützlicher.

Das Erstellen von Inhalten für Inbound-Marketing ist ziemlich mühsam und zeitaufwendig. Wir fühlen da sehr mit, weil wir seit über 4 Jahren ziemlich viel Content erstellen, den Leute (hoffentlich) lesenswert finden.

Können wir uns die Zeit nicht sparen und einfach künstliche Intelligenz den Inhalt erstellen lassen? Dieser Blogeintrag wäre damit in 2–3 Stunden fertig und würde nicht 2–3 Tage brauchen.

Von der Kosten-Nutzen-Rechnung – was die Zeit und somit auch das Geld angeht – sind die Vorteile für KI also doch eindeutig, oder?

Ganz so einfach ist es leider dann doch nicht. KI-Inhalte haben langfristige Auswirkungen, die nicht unbedingt positiv für dich sind.

Vertrauensverlust in deine Expertise durch KI-Inhalte

Inbound-Marketing ist ziemlich effektiv, wenn es darum geht, dass du deine Expertise verkaufen willst. Du erstellst Content eigentlich nur aus einem einzigen Grund: Du willst, dass Leute dir und deinem Können so sehr vertrauen lernen, dass sie dir ihr Geld dafür geben.

Was passiert jetzt, wenn dein Interessent herausfindet, dass alles, was du ihm als Expertise verkaufst, von der KI generiert ist?

Wahrscheinlich findet er das nicht so geil. Ehrlich gesagt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit deine Seite verlassen und auch nicht mehr wiederkommen. Wieso sollte er dich noch brauchen, wenn er alle Informationen, die er haben will, einfach selbst von Gemini oder ChatGPT erfragen kann?

Die Konsequenzen davon, dass ein Interessent herausfindet, dass du KI nutzt, senken deine Chance eigentlich gegen 0, aus ihm noch einen Kunden zu machen.

Dann schreibe ich den Content einfach so um, dass er nicht wie KI klingt!

Du Fuchs! Möglich. Das nennt sich dann, deine potenziellen Kunden hinters Licht führen – fragwürdig.

Also nein, kann man schon machen. Da werden wir weiter unten im Blog darauf eingehen. Allerdings ist es auch hier wirklich fragwürdig, wie gut und hilfreich das Ergebnis am Ende dann ist.

Ziel deiner Inhalte (zumindest, wenn du deine Expertise verkaufen willst) sollte es sein, auf deine ganz eigene Art und Weise Dinge zu sagen, die wenig andere Leute sagen. Was uns zum nächsten Punkt bringt.

Verwässerung der eigenen Markensprache durch KI-Inhalte

Deine Markensprache ist Teil deines USPs. Du vermittelst Inhalte in einer Art und Weise, wie es keine andere tut. Das liegt hauptsächlich daran, dass du eine eigenständige Persönlichkeit bist, und diese Persönlichkeit sollte auch in deinen Inhalten vorkommen. Frei nach dem Motto: Menschen kaufen von Menschen.

Wenn du willst, dass ich dich als Berater*in, Coach*in oder Workshop-Trainer*in buche, dann werde ich das teilweise tun, weil ich dich und deine Persönlichkeit eben mag, oder nicht.

Ich arbeite viel lieber mit einem Berater zusammen, der im Pullover und mit massiv guten Dad-Jokes um die Ecke kommt, als mit jemandem, der mit Anzug und Krawatte darauf besteht, dass ich ihn „sieze“.

Je mehr Persönlichkeit du zeigst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du auch die Kunden findest, die wirklich mit dir arbeiten wollen und mit denen du arbeiten willst.

Generischer KI-Content langweilt die Leute meistens zu Tode und nach fünf Sätzen Lesen müssen sie sich vom Einschlafen abhalten, weil sie keine Persönlichkeit zeigen.

Du solltest dich eher daran gewöhnen und dich darüber freuen, dass es Leute gibt, die deine Inhalte nicht mögen. Um mit einem Sprichwort um die Ecke zu kommen:
»Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann

Du lernst nichts dabei

Wir wollen ehrlich sein: Du hast vermutlich weniger Ahnung von der Materie, die du den Leuten verkaufen willst, als du denkst.

Ich kenne unzählige Personen, die anfangen, etwas zu verkaufen: Webdesign, Marketing, Life-Coaching, Investment-Strategien, Gesundheitstipps, ohne wirklich viel Ahnung von dem Thema zu haben.

Heute glaubt eben jeder, er kann digitaler Nomade werden und sein Geld online verdienen. Davon kann man an sich halten, was man möchte. Ich persönlich finde es schön, dass jeder im Prinzip die Freiheit hat, sein eigenes Business aufzubauen. Und wir haben in der digitalen Barrierefreiheit auch mit dem Stand von 0 angefangen.

Es ist also durchaus okay, dass man im Prozess lernt und auch oft erwünscht, dass man die Ergebnisse dieses Prozesses dokumentiert und andere durch den eigenen Content auf die Reise mitnimmt.

Hier kommt dann das KI-Problem ins Spiel: Wenn du deine Inhalte von der KI erstellen lässt, wirst du nicht viel dabei lernen und deine Arbeit wird nicht besser sein als davor.

Du wirst dir keine Gedanken darüber machen, wie die Struktur deines Blogartikels sein soll oder wie du den Satz formulierst, damit der Inhalt am besten rüberkommt. Dir wird auch nicht auffallen, ob wichtige Infos fehlen oder du Wissenslücken hast. KI nimmt dir die Chance, dich selbst im Prozess weiterzuentwickeln und zu dem Expert*in zu werden, der du anstrebst zu sein.

(Ich gehe mal davon aus, du strebst das an. Wenn du einfach schnell Geld machen willst, dann ist das eine andere Geschichte.)

Effektiv vs. Effizienz: Mehr Content ist nicht gleich besser

Effizient zu sein heißt, seine Aufgaben schneller zu erledigen. Effektiv zu sein heißt, an den richtigen Aufgaben zu arbeiten.

Nur weil du effizient Inhalt erstellst, heißt es nicht, dass es effektiv ist, das zu tun.

Wie in den Punkten oben schon beschrieben, können 15 generische Blogartikel weniger effektiv sein als ein gut durchdachter und mit Persönlichkeit gespickter Artikel.

Nur weil uns KI ermöglicht, mehr in weniger Zeit zu schaffen, ist es eben nicht gleich automatisch gut.

Die Frage, welche Aufgaben du tun solltest, um dein Business wirklich voranzutreiben, ist extrem schwer zu beantworten und etwas, was du dich jeden Tag als Selbstständige*r oder Geschäftsführer*in fragen solltest.

KI macht es uns noch einfacher, schnell Content zu erstellen und das Bedürfnis in uns zu befriedigen, etwas getan zu haben. Das lenkt uns leider noch mehr davon ab, das zu tun, was wirklich effektiv wäre und lässt uns Stunden mit dem Erstellen von Content verbringen, der am Ende keinen Nutzen hat.

SEO-Problematiken der KI-Inhalte

Das bringt uns zum letzten Punkt: KI-Inhalte können schädlich für deine Inbound-Marketing-Strategie sein.

Es gibt nicht wenige Beispiele, die zeigen, dass massenhaft generierter KI-Content von Google abgestraft wird. Für kurze Zeit kann es einen massiven Zuwachs an Impressionen und Klicks bringen, aber wenig später, stürzt alles wieder ein.

Google sucht und erkennt KI-erstellte Inhalte und sorgt dafür, dass sie ihr Ranking verlieren und deine Website dafür abgestraft wird.

Sich auf KI-Inhalte zu verlassen, kann also eine ganze SEO-Strategie zunichte machen und dafür sorgen, dass deine Domain keine gute Beziehung mehr zu Google hat.

Wie KI in der Content-Erstellung helfen kann

Genug der Kritik: Kann KI bei der Content-Erstellung auch nützlich sein? Ja.

Rechtschreibkorrektur

Wir fangen mit der einfachsten Sache an: KI kann bei Rechtschreibung und Grammatik helfen. Unser ganzes Team ist bekannt dafür, unzählige Rechtschreibfehler zu machen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich kann aber ehrlicherweise einen eigenen Text 15 Mal lesen und finde keine Rechtschreibfehler mehr, während eine andere Person 2 Sekunden draufschaut und mir drei Fehlern zeigt.

Wer unter dem gleichen Fluch wie ich leidet, für den ist es, seine Texte in KI zu werfen und sie korrigieren zu lassen, ein echter Segen.

Bestehende Inhalte zusammenführen

Manchmal will man seine eigenen, schon bestehenden Inhalte erweitern oder will zwei Artikel zusammenfassen, die aus SEO‑Gründen ein Artikel sein sollten.

Für einen Fall, in dem man die Expertise schon hat und den Inhalt schon selbst erstellen kann, lässt sich KI gut nutzen, um die Inhalte einfach neu zusammenzustellen.

Das erleichtert einem durchaus die Arbeit dabei, eine neue Struktur des Artikels zu erstellen und die Zusammenhänge so umzuschreiben, dass sie zusammenpassen.

Wenn man die KI mit eigenen Inhalten füttert, ist natürlich auch der Output mehr im eigenen Stil geschrieben!

Schneller Quellen finden

Manchmal will man seine Aussagen belegen, weiß aber nicht wie. KI kann dabei helfen, gute Quellen zu finden, die bei einer normalen SEO-Suche schwer zu finden sind. (Natürlich muss man die Quellen prüfen.)

Bilder generieren

Besonders beim Generieren von Bildern kann KI mittlerweile sehr gut unterstützen. Unser Design-Tool Figma hat mittlerweile die Bildgenerierung von Gemini implementiert und hilft mir, schnell Bilder für Kundenprojekte zu erstellen.

Aber auch hier, muss die KI mit Bildern gefüttert werden, die dem Stil der Marke angepasst sind. Das Bild sollte wieder mal nicht generisch sein und aussehen wie KI-Slopp.

Beim Generieren von Illustrationen (wie du sie auf unserer Seite zuhauf findest) ist KI allerdings unserer Meinung nach bisher nicht so hilfreich. Bis ich den Grafik-Prompt habe, um die Grafik zu bekommen, die ich wirklich haben will, bastle ich sie immer noch schneller selbst.

Inspiration holen

Wenn es um Texte geht, kann KI auf jeden Fall dabei helfen, sich Inspiration zu holen, was unterschiedliche Stile angeht.

Du kannst deinen Text in die KI werfen und ihr sagen, sie soll den Text freundlicher, kürzer, emotionaler, Conversion-Rate-optimierter und so weiter schreiben.

Das hilft auf jeden Fall dabei, dich inspirieren zu lassen, wie deine Texte anders klingen könnten und vielleicht potenzielle Besucher mehr zu begeistern oder die Kaufwahrscheinlichkeit anzuregen.

Video-Snippets generieren

Wir haben schon öfter das Tool von Riverside benutzt, um Video-Podcasts aufzunehmen. Sehr hilfreich fanden wir dabei die KI-Funktion von Riverside, selbstständig kurze Videos (Shorts/Reels) aus dem großen Video zu scheiden und diese auch zu untertiteln.

Das spart ziemlich viel Arbeit, weil man sich die Highlights nicht selbst raussuchen und sie untertiteln muss. Auch hier muss man sowohl die Highlights als auch den Untertitel natürlich prüfen.

Untertitel für Videos

Wie gerade erwähnt, kann man mit KI Untertitel für Videos generieren lassen. Und das funktioniert wirklich erstaunlich gut mittlerweile. Wir benutzen dazu das Tool von Descript. Die Untertitel sind von der Qualität fast perfekt. Es gibt wenig, was man anpassen muss.

Es kommt aufs Thema an

Schlussendlich sollte noch gesagt sein: Wie immer ist alles vom Kontext abhängig.

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, beziehe ich mich in meinen Gedanken hier oft auf das Thema »Expertise verkaufen«. Wenn du andere von deiner Expertise überzeugen willst und ihnen auch noch etwas beibringen möchtest, braucht es keinen hundertsiebten KI‑generierten Blogeintrag über »Wie nutze ich KI in der Content-Erstellung«.

Ganz anders sieht die Sache natürlich aus, wenn du zum Beispiel Produktbeschreibungen für deinen Onlineshop machst. Ob die Beschreibung deines Holzkinderspielzeuges ähnlich wie die 50 anderen klingt, ist weniger relevant.

Hier geht es nicht darum, dich und dein Wissen zu verkaufen, sondern wir wollen einfach schnell eine akkurate Produktbeschreibung haben. Hier ist selten kreative Leistung noch Sonstiges gefragt.

KI kann also je nach Kontext durchaus hilfreicher und sinnvoller sein.

Fazit zur Content-Erstellung mit KI

KI kann eine Hilfe bei der Erstellung von Inhalten sein, unter folgenden Voraussetzungen:

  • Du bist schon Experte in deinem Feld und schreibst über Themen, bei denen du selbst nichts Neues lernen musst
  • Du hast schon genug Inhalte, mit denen du die KI füttern kannst, damit deine Persönlichkeit reflektiert wird
  • Du suchst Inspiration
  • Du hast fertige Inhalte, willst sie aber optimieren (Video-Snippets, Bilder generieren etc.)
  • Du willst nicht deine eigene Expertise verkaufen

Generell glaube ich dennoch, dass besonders das Erstellen von Texten mit KI eher dazu führt, dass die Qualität im Ganzen nachlässt.

Je weniger Gedanken du dir machen musst, desto weniger intensiv beschäftigst du dich mit dem Thema. Anstatt deinen Text selbst umzuschreiben und dir zu überlegen, was dein Leser hören möchte, oder auf neue kluge Ideen zu kommen, wie du die Sache besser auf den Punkt bringst, gibst du die Aufgabe der KI.

Das wird sich dann auch in Beratungsgesprächen, Trainings und Sonstigem bemerkbar machen, weil die ganze Qualität deines Services nachlässt.

Besonders, wenn du eine Serviceleistung anbietest, die auf deiner Expertise beruht, sollte der Anspruch ja sein, das Thema um des Themas willen zu verstehen. Aber vielleicht bin ich da auch altmodisch!

Tobias Roppelt steht mit seinen Armen verschränkt und lächet in die Kamera.

Über Tobias Roppelt

Hi, ich bin Tobias, ein Mitglied (und Gründer) der Inbound-Bande. Ich kümmere mich um die richtige Außenwahrnehmung der Bande und sorge für Leads!

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Häufig gestellte Fagen

  • Welche Vorteile hat KI in der Content-Erstellung?

    Künstliche Intelligenz kann dir bei folgendem helfen: 

    • Rechtschreibung verbessern
    • Inspiration finden
    • Untertitel erstellen
    • Bilder generieren
    • Highlights aus langen Videos schneiden
    • Texte schreiben, die nicht individuell sein müssen 
  • Welche Nachteile hat KI in der Content-Erstellung?

    KI bei der Content-Erstellung zu nutzen, kann in folgenden Fällen problematisch sein: 

    • Du willst deine Expertise verkaufen
    • Du willst als Persönlichkeit wahrgenommen werden
    • Du hast selbst nicht genug Wissen über das, was du schreiben willst
    • Es verleitet dich, effizient, aber nicht effektiv zu arbeiten
  • Welche Tools können bei der Erstellung von Inhalten mit KI helfen?

    • Canva oder Figma für Bildgenerierung
    • Descript für die Erstellung von Untertitel
    • Riverside, um Highlights aus langen Videos zu generieren

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